RTJ - Liebesgedichte
Suleika von Johann Wolfgang Goethe, 1815 Ach, um deine feuchten Schwingen, West, wie sehr ich dich beneide: Denn du kannst ihm Kunde bringen, Was ich in der Trennung leide! Die Bewegung deiner Flügel Weckt im Busen stilles Sehnen; Blumen, Augen, Wald und Hügel Stehn bei deinem Hauch in Tränen. Doch ein mildes, sanftes Wehen Kühlt die wunden Augenlider; Ach, für Leid müßt ich vergehen, Hofft ich nicht zu sehn ihn wieder. Eile denn zu meinem Lieben, Spreche sanft zu seinem Herzen; Doch vermeid, ihn zu betrüben, Und verbirg ihm meine Schmerzen. Sag ihm, aber sag's bescheiden: Seine Liebe sei mein Leben, Freudiges Gefühl von beiden Wird mir seine Nähe geben. ![]() [Liebesgedichte Übersichtsseite] [Reif-trifft-jung.com - die Kontaktbörse für junge Frauen und reife Herren] |
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