RTJ - Liebesgedichte
Gretchens Gebet von Johann Wolfgang Goethe Ach neige, Du Schmerzensreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Not! Das Schwert im Herzen, Mit tausend Schmerzen Blickst auf zu deines Sohnes Tod. Zum Vater blickst du, Und Seufzer schickst du Hinauf um sein und deine Not. Wer fühlet, Wie wühlet, Der Schmerz mir im Gebein? Was mein armes Herz hier banget, Was es zittert, was verlanget, Weißt nur du, nur du allein! Wohin ich immer gehe, Wie weh, wie weh, wie wehe Wird mir im Busen hier! Ich bin, ach, kaum alleine Ich wein, ich wein, ich weine, Das Herz zerbricht in mir. Die Scherben vor meinem Fenster, Betaut ich mit Tränen, ach! Als ich am frühen Morgen Dir diese Blumen brach. Schien hell in meine Kammer Die Sonne früh herauf, Saß ich in allem Jammer In meinem Bett schon auf. Hilf! rette mich von Schmach und Tod. O neige, Du Schmerzensreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Not! ![]() [Liebesgedichte Übersichtsseite] [Reif-trifft-jung.com - die Kontaktbörse für junge Frauen und reife Herren] |
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